Serien Tipp | Wenn eine Serie zum Nachdenken anregt

Sonntag, April 23, 2017

"Iiih, die Dicke!" , "Schau dir mal den an, wie hässlich der ist. Voll der Freak!", "Hast du XY wieder gesehen, lass die mal ärgern, das hat sie verdient.", "Du bist voll unbeliebt und uncool!". 
Solche Aussagen hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Vielleicht nicht auf sich selbst bezogen, aber vielleicht aus dem eigenen Mund? Oder eben doch von anderen an den Kopf geknallt bekommen. Mit Sicherheit gibt es weit aus schlimmere Aussagen. Handlungen, ob bewust oder unbewusst. Und alle sind verletzend, ob gewollt oder ungewollt. Auch wenn diese Art von Mobbing bei vielen von uns bestimmt schon länger her ist, ist das Thema noch immer aktuell. Ich wage sogar zu behaupten, dass es durch social media und Co. noch mehr an Präsenz gewinnt. 

Als angehende Lehrerin ist es mir wichtig, dass (Cyber)Mobbing angesprochen wird, dass aufmerksam gemacht wird, was dieses anrichten kann und dass es eben teilweise auch bleibende Schäden verursachen kann. Ist oder hat man eine gefestigte Persönlichkeit, prallen die Aussagen an einem ab. Doch auch die kleinsten Taten, ob verbal oder körperlich, können dieses (feste) Gerüst der Persönlichkeit angreifen. Sie zum Bröckeln bringen oder gar ganz einreißen. Vor allem Jugendliche sind davon betroffen und haben oftmals noch nicht die nötige Reflektionskompetenz, aus dieser Situation heraus zu finden, sich Hilfe bei Freunden, Eltern oder Lehrern zu suchen. Was passieren kann und wie sich Mobbing auf unsere Seele auswirkt, wird in der neuen Netflix Serie "13 Reasons why" oder auf Deutsch "Tote Mädchen lügen nicht" intensiv behandelt. Nachdem ich die letzte Folge vorgestern beendet habe, hatte ich das Bedürfnis, das Thema anzusprechen, was ich nun mit diesem Post tun möchte.


Bildquelle


Tote Mädchen lügen nicht - die neuste Netflix Produktion, spricht ein sehr ernsthaftes Thema an. Suizid - Selbstmord. Aufgrund von Mobbing. Hannah, die sich als Mobbing Opfer sieht, zeichnet 13 Gründe für ihren Selbstmord auf. Sehr intensiv, aber gleichzeitig subtil zeigt die Serie, wie einzelne Beteiligten "Mobbing" empfinden. Den Tätern ist es oftmals nicht bewusst, manchmal aber auch einfach egal, was sie da mit der Seele veranstalten. Die Opfer ignorieren, verdrängen, überdramatisieren oder wehren sich dagegen - das sind natürlich nur pauschale Aussagen, jeder geht damit individuell um. Sollte aber Suizid als Folge von Mobbing in die Gedanken kommen, so ist das ganze kein "Spaß mehr" und sollte allerspätestens dann angesprochen und verhindert werden.  

Ich hoffe, dass diese Serie vielen die Augen öffnet, was unsere Taten mit anderen Menschen tun kann, wie wir sie verändern können. Die realistische Darstellung des Themas in der Serie gefällt mir sehr, teilweise habe ich mich als junger Teenager darin erkannt. Ich denke jeder von uns, vielleicht auch nur ein Teil, hat schon einmal beleidigt, verhöhnt oder eben auch gemobbt. Es muss ja nicht mal über einen langen Zeitraum gewesen sein, aber auch eine einmalige Aussage kann schon Folgen haben. Vielleicht ist es DEINE erste Mobbingtat, aber für XY die 30. verletzende Aussage, die er/sie zu hören bekommt. Ich hoffe ihr versteht, was ich sagen möchte. Das richtet sich dabei nicht mal unbedingt nur an meine jungen Leser, sondern auch an alle anderen, denn Mobbing kann überall stattfinden. 

Von mir gibt es jedenfalls eine klare Empfehlung für die Serie. Ich möchte nicht spoilern, weshalb ich nur das Thea an sich ansprach. Wer mehr erfahren möchte, sollte reinschauen oder sich das Buch "Tote Mädchen lügen nicht" zulegen. Ich werde es mir definitiv noch bestellen.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr die Serie oder das Buch schon gesehen bzw. gelesen? Wie fandet ihr es?

Liebste Grüße
Nadine

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2 Kommentare

  1. Ein sehr wichtiges Thema, wie ich finde! Ich habe leider kein Netflix, ansonsten würde ich mir die Serie sofort anschauen. Beschäftige mich nämlich immer wieder gern mit solchen Themen, weil es uns alle angeht.

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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  2. Mobbing ist einfach scheiße. Bei uns gab es das in der Klasse damals auch. Wirklich nicht schön. Die Serie hört sich gut an und öffnet hoffentlich vielen die Augen, denn lustig ist es niemals andere fertig zu machen.

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